Buchempfehlungen Belletristik und Krimi für April 2018

Colm Toibin, Nora Webster. dtv, 12,90 €

Im provinziellen Irland der Sechzigerjahre muss sich Nora Webster nach dem viel zu frühen Tod ihres Mannes als alleinerziehende Mutter von vier Kindern durch das Leben kämpfen. Allen Umständen zum Trotz bahnt sie sich langsam und unbeirrbar einen Weg aus den Konventionen.

Ein großer Roman über ein Frauenleben im Irland der 70er-Jahre.

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Tana French – Sterbenskalt

Buchcover Tana French – Sterbenskalt
Tana French, Sterbenskalt. Scherz Verlag, 16,95 €

»Ich stand dort im Schatten, während die Glocken drei und vier und fünf schlugen. Die Nacht verblasste, und ich wartete noch immer auf Rosie Daly.«
Frank Mackey, Undercover-Ermittler, hat seine Familie seit 22 Jahren nicht gesehen. Er wollte der Perspektivlosigkeit seines Viertels für immer entfliehen, zusammen mit seiner ersten großen Liebe Rosie. Doch die hatte ihn versetzt und war allein nach England aufgebrochen, so hat Frank es jedenfalls immer gedacht. Bis in einem Abbruchhaus Rosies Koffer gefunden wird. Was ist damals wirklich geschehen? Frank muss zurück nach Faithful Place, undercover in seine eigene Vergangenheit – und feststellen, dass er diesen dunklen Ort immer in sich getragen hat …

Tana French ist eine der besten Krimiautorinnen, die ich kenne. Dies ist der dritte Band der irischen Autorin und er fesselt wieder genauso wie die ersten Beiden. Allerdings ist French nichts für die klassischen KrimileserInnen, da ihr Stil eher romanhaft ist und sie in diesem Band familiäre und soziale Studien betreibt. Wer offen ist für solch einen stilistisch auch sehr gelungenen Krimi, liegt hier genau richtig und wird die 598 Seiten verschlingen!

Hansjörg Schertenleib – Das Regenorchester

Buchcover Hansjörg Schertenleib – Das Regenorchester
Hansjörg Schertenleib, Das Regenorchester. Aufbau Taschenbuch, 8,95 €

Irland sollte für einen Schweizer Schriftsteller zu einem Fluchtpunkt werden, zu dem Ort, an dem seine Frau und er ihre Liebe lebten. Doch nun sitzt er betrogen in seinem Haus. Da begegnet ihm Niamh, eine sechzigjährige Irin, die ihn zu sich einlädt, um ihn zum Chronisten ihres Lebens zu machen. Niamh reißt ihn aus seiner Trauer und führt ihm die Wunder des alten, untergegangenen Irland vor Augen. Mit betörend schönen Worten nimmt sie ihn mit auf die Reise zurück zu ihrer vielköpfigen Familie, zu ihrer deutschen Freundin, ihrer traurigen, verlorenen Liebe – und sie zeigt ihm eine andere Seite der Musik, die Musik des Regens, die man nur in Irland hören kann. Bald wird er zu ihrer Vertrauten und kann sich auf ihr letztes großes Geheimnis einlassen, das ihm nicht nur alles abverlangt, sondern ihm auch einen Weg in die Zukunft weist.