geschrieben am 7. September 2011
in Krimi spezial
Matthias Wittekindt,
Schneeschwestern.
Edition Nautilus,
18,00 €
Matthias Wittekindt erzählt in seiner sehr eigenen Sprache eine Kriminalgeschichte aus der deutsch-französischen Grenzregion. Das Polizeiteam muss den Mord an der sechzehnjährigen Geneviève aufklären. Der Leser ist gleichzeitig dem Mörder auf der Spur und erlebt hautnah, was geschieht, wenn das fein austarierte Zusammenspiel zwischen Vernunft und Trieb auseinander bricht.
Wittekindt schreibt einen völlig anderen Kriminalroman, Schwerpunkt auf Roman. Wer sich darauf einläßt, wird begeistert sein!
geschrieben am 5. Juli 2011
in Krimi spezial
Silvia Kaffke,
Messerscharf.
Rowohlt Taschenbuch,
8,99 €
Ein brutaler Serienkiller hält die Stadt in Atem. BKA-Spezialistin Barbara Pross geht der Sache nur widerwillig nach, denn eigentlich ist sie beurlaubt und versucht gerade ihr psychisches Gleichgewicht wiederzufinden. Freiwillig hat sie sich in Obdachlosigkeit begeben.
Ein spannender, atmosphärisch dichter Roman um einen spektakulären Kriminalfall, bei dessen Lösung die Heldin schließlich auch den Schlüssel zu ihren eigenen Problemen findet.
geschrieben am 30. Juni 2011
in Krimi spezial
Landorff, Max,
Der Regler.
Scherz Verlag,
13,95 €
Er ist der »Regler«. Für die Reichen und Mächtigen regelt er alles – Liebe, Karriere, Geld, Sex. Bis er erkennen muss: Du kannst alles regeln. Nur nicht deine Vergangenheit.
Gabriel Tretjak ist der Regler. Im Auftrag seiner Klienten greift er in ihre Biographie ein, legt sich an ihrer Stelle mit dem Schicksal an – ohne moralische Grenzen. Seine Preise sind hoch, seine Methoden bedienen sich wissenschaftlicher Erkenntnisse von der Psychologie bis zur Gehirnforschung. Seine Geschäftsgrundlage ist die Sehnsucht der Menschen, dass am Ende alles gut ausgeht, egal, wie verfahren eine Situation ist. Aber was heißt schon gut – gut für wen?
Dann wird in einem Pferdetransporter die Leiche eines renommierten Hirnforschers gefunden, dem die Augen ausgeschält wurden. Das erste Opfer eines Mörders, dessen Spuren alle in eine Richtung weisen: zum Regler. Während Tretjak noch versucht, durch seine Methoden Herr der Lage zu bleiben, breitet sich in ihm ein Gefühl aus, das er sich sonst nur bei anderen zunutze macht: Angst. Denn schnell wird klar, dass die Morde ihr Motiv in Gabriel Tretjaks Vergangenheit haben. Und die kann nicht einmal der Regler regeln.
Äußerst perfide und originell, – hat wirklich das Urteil “Extraklasse” verdient!
geschrieben am 24. Februar 2011
in Krimi spezial
Yrsa Sigurdardottir,
Feuernacht.
Fischer Taschenbuch,
8,95 €
Tödliche Flammen, eiskalte Lügen …
Die Reykjavíker Anwältin Dóra Guðmundsdóttir nimmt einen alten Fall wieder auf: Jakob, ein junger Mann mit Down-Syndrom, soll einen Brand in seinem Behindertenheim gelegt haben, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen. Jakob lebt inzwischen in einer Psychiatrischen Einrichtung für Straftäter, zusammen mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jósteinn. Ausgerechnet der engagiert Dóra, weil er Jakobs Unschuld beweisen will. Obwohl Dóra den Mann höchst unsympathisch findet und nicht genau weiß, warum er die Sache noch einmal aufrollen will, beginnt sie zu recherchieren und stößt auf mysteriöse Hinweise.
Es ist schon der vierte Fall mit der Anwältin Gudmundsdottir und, wie ich finde, der Beste! In diesem Fall bindet die Autorin mehr aktuelle gesellschaftliche und politische Themen in die Handlung ein. Wie immer, entwirrt sie die verschiedenen Handlungsstränge am Ende gekonnt und sehr logisch. Gekonnte Krimikost aus Island!
geschrieben am 25. Januar 2011
in Krimi spezial
Johan Theorin,
Blutstein.
Piper Verlag,
19,95 €
Rot wie Blut schimmert die Gesteinsschicht im Steinbruch von Stenvik. Jeder auf Öland kennt die Legenden von den Bluttaten, die diesen Stein gefärbt haben sollen. Auch Per Mörner kennt sie, und dennoch beschließt er, mit seinen Töchtern im Frühjahr nach Stenvik zu ziehen. Nach einem gescheiterten Brandanschlag auf seinen Vater Jerry sieht Per sich gezwungen, auch ihn zu sich auf die Insel zu holen. Doch Per kann nicht verhindern, dass Jerry schon kurz darauf vor seinen Augen getötet wird. Der Vater schien seinen Mörder gekannt zu haben – wer aber könnte ihn so gehasst haben, dass er das Risiko einging, ihn in aller Öffentlichkeit zu töten? Per Mörner lässt die Frage keine Ruhe. Und was er herausfindet, erschüttert ihn zutiefst …
Nach “Öland” und “Nebelsturm” (beide inzwischen im Taschenbuch) ist dies der dritte Roman des “Öland-Jahreszeiten-Quartetts” von Theorin. Wir sind im Frühling angekommen und Theorin ist besser denn je. Allerdings muß man das Mystische in seinen Romanen sowie den langsamen Erzählstil mögen – aber dann ist er einer der Besten!