geschrieben am 11. Februar 2012
in Buchbesprechungen, Krimi spezial
Alex Berg,
Die Marionette.
Knaur Taschenbuch,
9,99 €
Valerie Weymann soll einen deutschen Rüstungskonzern, der des illegalen Waffenhandels beschuldigt wird, aus den Schlagzeilen bringen. Kein Geringerer als BND-Agent Eric Mayer führt die offiziellen Untersuchungen von Regierungsseite. Auf ein Wiedersehen mit dem Agenten, der Valerie einst verhaften liess, ist die toughe Anwältin nicht vorbereitet. Zur selben Zeit kehrt die junge Soldatin Katja Rittmer schwer traumatisiert von ihrem Einsatz in Afghanistan zurück. Ihr Konvoi war in einen Hinterhalt geraten, und ihre Kameraden wurden mit deutscher Munition erschossen. Wie konnte das passieren? Doch in der Heimat will niemand ihre brisanten Fragen beantworten. Ein unerträglicher Zustand, der Katja Rittmer in eine tickende Zeitbombe verwandelt und weitere Menschenleben kostet …
Schon der erste Krimi von Alex Berg “Machtlos” war super spannend und sehr gut recherchiert. Mit dem Zweiten setzt sie noch eins drauf, – absolut lesenswert!
geschrieben am 7. September 2011
in Krimi spezial
Wulf Dorn,
Dunkler Wahn.
Heyne,
17,99 €
Sie liebt. Sie lauert. Sie tötet.
Ein Rosenstrauß ohne Absender. Geschenke vor der Haustür. Briefe unter dem Scheibenwischer … Der Psychiater Jan Forstner wird von einer Unbekannten mit Liebesbezeugungen überhäuft. Anfangs glaubt Jan noch an die harmlose Schwärmerei einer ehemaligen Patientin. Doch dann bittet ihn ein Journalist um Mithilfe im Fall einer geistig gestörten Person und wird kurz darauf ermordet. Jan erkennt, dass er ins Visier einer Wahnsinnigen geraten ist. Und seine Verfolgerin schreckt vor nichts zurück.
Dies ist schon der dritte Thriller von Dorn und er wird einfach immer noch besser. Diesen Krimi konnte ich nicht mehr aus der Hand legen, habe ihn bis zur letzten Seite verschlungen. Spürbar ist immer der psychologische und psychiatrische Hintergrund, den Dorn hat und fundiert einbaut. Aber schon wirklich abgedreht und gruselig!
geschrieben am 7. September 2011
in Krimi spezial
Matthias Wittekindt,
Schneeschwestern.
Edition Nautilus,
18,00 €
Matthias Wittekindt erzählt in seiner sehr eigenen Sprache eine Kriminalgeschichte aus der deutsch-französischen Grenzregion. Das Polizeiteam muss den Mord an der sechzehnjährigen Geneviève aufklären. Der Leser ist gleichzeitig dem Mörder auf der Spur und erlebt hautnah, was geschieht, wenn das fein austarierte Zusammenspiel zwischen Vernunft und Trieb auseinander bricht.
Wittekindt schreibt einen völlig anderen Kriminalroman, Schwerpunkt auf Roman. Wer sich darauf einläßt, wird begeistert sein!
geschrieben am 5. Juli 2011
in Krimi spezial
Silvia Kaffke,
Messerscharf.
Rowohlt Taschenbuch,
8,99 €
Ein brutaler Serienkiller hält die Stadt in Atem. BKA-Spezialistin Barbara Pross geht der Sache nur widerwillig nach, denn eigentlich ist sie beurlaubt und versucht gerade ihr psychisches Gleichgewicht wiederzufinden. Freiwillig hat sie sich in Obdachlosigkeit begeben.
Ein spannender, atmosphärisch dichter Roman um einen spektakulären Kriminalfall, bei dessen Lösung die Heldin schließlich auch den Schlüssel zu ihren eigenen Problemen findet.
geschrieben am 30. Juni 2011
in Krimi spezial
Landorff, Max,
Der Regler.
Scherz Verlag,
13,95 €
Er ist der »Regler«. Für die Reichen und Mächtigen regelt er alles – Liebe, Karriere, Geld, Sex. Bis er erkennen muss: Du kannst alles regeln. Nur nicht deine Vergangenheit.
Gabriel Tretjak ist der Regler. Im Auftrag seiner Klienten greift er in ihre Biographie ein, legt sich an ihrer Stelle mit dem Schicksal an – ohne moralische Grenzen. Seine Preise sind hoch, seine Methoden bedienen sich wissenschaftlicher Erkenntnisse von der Psychologie bis zur Gehirnforschung. Seine Geschäftsgrundlage ist die Sehnsucht der Menschen, dass am Ende alles gut ausgeht, egal, wie verfahren eine Situation ist. Aber was heißt schon gut – gut für wen?
Dann wird in einem Pferdetransporter die Leiche eines renommierten Hirnforschers gefunden, dem die Augen ausgeschält wurden. Das erste Opfer eines Mörders, dessen Spuren alle in eine Richtung weisen: zum Regler. Während Tretjak noch versucht, durch seine Methoden Herr der Lage zu bleiben, breitet sich in ihm ein Gefühl aus, das er sich sonst nur bei anderen zunutze macht: Angst. Denn schnell wird klar, dass die Morde ihr Motiv in Gabriel Tretjaks Vergangenheit haben. Und die kann nicht einmal der Regler regeln.
Äußerst perfide und originell, – hat wirklich das Urteil “Extraklasse” verdient!